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Eifeltour 2007

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Als Simon und ich uns vor gut zehn Jahren am ersten Schultag in der Berufsschule kennenlernten, dachten wir sicherlich beide nicht daran, dass wir eines Tages einmal mit Rennrädern und Rucksack durch die Eifel touren würden.


Während Simon sich in der Vorbereitungsphase schwerpunktmäßig mit der Wahl des richtigen Gepäcks, insbesondere der Reiseapotheke beschäftigte, kümmerte ich mich um die Routenplanung. Plan war, in fünf Tagen von Köln aus durch die Eifel bis nach Trier an die Mosel zu fahren, einen Ruhetag einzulegen und der Mosel dann bis Koblenz zu folgen und entlang des Rheins wieder nach Hause zu radeln.


Etappe 1: Langenfeld -> Blankenheim (115km / 850hm)

Die Wettervorhersage für Sonntag, den 29.07.2007, unserem ersten Radeltag versprach nichts Gutes und so kam es dann auch. Der Himmel war grau und es goss wie aus Eimern. Zwar hatten wir bereits im Vorfeld unsere Rennräder mit Schutzblechen ausgestattet, aber so richtig glücklich waren wir trotzdem nicht. Die Abfahrt, wurde in der Hoffnung, dass der Regen nachlässt, um 2 Stunden verschoben. Leider besserte sich das Wetter aber vorerst nicht. Gegen 10:00 Uhr machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Köln, wo ich mich mit Simon verabredet hatte. Da Simon regelmäßig von Köln aus in die Eifel fährt, bot es sich an, dass er an diesem Tag in die Rolle des Scout schlüpfte und uns, überwiegend über Wirtschaftswege und wenig befahrene Landstrassen in Richtung Eifel führte. Ziel war an diesem Tag die Jugendherberge von Blankenberg zu erreichen, wo wir leicht durchnässt dann auch gegen 17 Uhr ankamen. Dort bekamen wir dann sogar noch, nach vorangegangener Dusche, eine warme Mahlzeit. Anschliessend verliessen wir die in einer alten Burganlage angelegte JHB, schauten uns den Altstadtkern von Blankenheim an und schossen ein paar Fotos. 


Etappe 2: Blankenheim -> Trier (140km / 900hm)

Das Wetter hatte sich deutlich verbessert und so bekamen wir sogar zum Start des 2. Tages ein paar Sonnenstrahlen geschenkt. Zunächst machten wir uns auf den Weg zum etwa 10km entfernt liegenden Ort Hallstadt, wo sich der Startpunkt des Kyll-Radwegs befindet, dem wir an diesem Tag der Einfachheit halber folgen wollten. Die ersten Kilometer des gut beschilderten Radweges führten uns direkt über losen Untergrund, was weder Tempo noch die gute Laune förderte. Das kurze Stück hinter uns gelassen, änderte sich die Wegbeschaffenheit jedoch in Gänze und wir befanden uns auf einer gut asphaltierten Strasse wieder, mit exellentem Ausblick auf die Region. Nach etwa 50 Kilometern verpassten wir, nein verwechselten wir ein Schild und sind ca. 5 Kilometer einem anderen, sehr ähnlich klingenden Radwanderweg gefolgt. Halb so wild, denn das Wetter war

beständig und wir hatten es ja nicht eilig.
Der Kyll-Radweg, windet sich entlang des gleichnamigen Flusses durch die Eifel bis Trier. Er führt, zum Großteil über asphaltierte Radwege, vorbei an vielen historischen Städten wie Kyllburg und Gerolstein in der westlichen Eifel. Hin und wieder entlang an Bahngleisen, durch Tunnel und auch immer mal ein Stück Bundesstrasse oder Waldweg. Alles in allem ist der Radwanderweg aber auch mit dem Rennrad ganz gut befahrbar. Lediglich die letzten 20 Kilometer bis Trier war der Asphalt sehr rau. Angekommen in Trier folgten wir noch ein paar Kilometer der Mosel bis ins Stadtzentrum, wo unsere gebuchte Unterkunft auf uns wartete. In dem sehr hellhörigen, aber optimal gelegenen, preiswerten "Warsberger Hof" hatten wir zu zweit ein Mehrbettzimmer gebucht und blieben für 2 Nächte, da wir uns Trier etwas genauer anschauen wollten, womit wir nach warmer Dusche auch direkt begannen.


Ruhetag: Ausflug nach Luxemburg ( 70km / 200hm )

Den Vormittag unseres Ruhetages nutzten wir, nach ausgedehntem Frühstück in Buffetform, für eine lockere Ausfahrt ins nahegelegene Belgien. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher in die Weinberge und pausierten irgenwo im Grünen. Nachmittags starteten wir dann zu Fuß in die Altstadt von Trier wo es von Sehenswüdigkeiten wimmelt und spazierten auch noch weiter zum Amphietheater, dass etwas ausserhalb des Stadtkernes liegt. Leider ging es Simon auf Grund eines Wespenstiches an der Stirn an diesem Tag nicht ganz so gut, sodass ich das abendliche Bier alleine zu mir nahm. 

 
Bild: Porta Nigra



Etappe 3: Trier -> Traben-Trabach (100km / 150hm)

Nach den eher hügeligen ersten beiden Etappen, ging es entlang des Moselradweges deutlich flacher zu. Zwar führt der durchweg asphaltierte Radweg immer wieder weg vom Fluss in die Weinberge, dennoch gibt es keine längeren Anstiege. So machten wir an diesem Tag, bei sonnigem Wetter mal richtig Tempo.

Da die Tagesetappe sehr kurz war und wir gut in der Zeit lagen, machten wir eine ausgedehnte Mittagspause am Moselufer. Dort speisten wir eine Ringsalami und Brötchen. Da ich, ganz in Gedanken, die 300Gramm Salami versehentlich fast alleine aß, bekam ich kurze Zeit später Magenschmerzen, die leider bis zum Ziel anhielten. Dieses Mal bezogen wir ein gemütliches Zimmer in einer Privatpension am Stadtrand von Traben-Trabach. Diese glänzte nicht nur durch günstige Preise, sondern das Frühstück war auch mehr als großzügig. Am Abend beschlossen wir, die ursprünglich geplanten beiden letzten Etappen zu einer zusammenzufassen und am nächsten Tag zu Hause anzukommen.


Etappe 4: Traben-Trabach -> Langenfeld (235km / 1350hm)

Der Plan an diesem Tag war, die Mosel wieder zu verlassen und zunächst die Vulkan-Rad-Route-Eifel in nördliche Richtung bis ins Ahrtal unter die Slicks zu nehmen. Nachdem wir um 8:00 Uhr bei leichtem Nebel starteten, verliessen wir also nach ca. 20km bei Bullay den großen Strom und folgten zunächst entlang einer Landstrasse der Radwanderroute. Schon bald ging es mit Steigungen über 10% richtig kernig zur Sache. Die gut beschilderte Route führte uns nun, im stetigen Wechsel zwischen Auf und Ab, überwiegend über asphaltierte Radwege und Landstrassen, aber auch für ein paar Kilometer durch Wald und Schotterpisten, bis zum legendären Nürburgring, dem übrings höchsten Punkt unseres fünftägigen Trips. Hier angekommen, setzte erst schwacher, aber dann doch kräftiger Regen ein. Wir suchten, um unsere Regenjacken anzuziehen, Schutz unter einem Baum. Bei dieser Aktion parkte Simon sein Rad leider in einem Dornenbusch, weshalb wir zum zweite Mal das Flickzeug auspacken mussten. Die erste Panne hatte mein Vorderrad bei einer unsanften Begegnung mit einer Bodenrille bereits einige Kilometer zuvor erlitten. Leider hielt der frisch aufgepumpte Reifen nur ein paar hundert Meter. Ich glaube in diesem Moment war der Tagestiefpunkt erreicht, zudem regnete es und wir kamen nicht wirklich voran. Zum Glück ahnten wir nicht, dass es an diesem Tag noch 140km werden sollten...

Der Reifen hielt für die nächsten 20 Kilometer, war dann aber nach unserer ersten richtigen Pause, bei Kilometer 110 wieder platt. Zum Glück hatte der Regen aufgehört und Simon entdeckte bei genauerer Betrachtung des Mantels einige Steinsplitter, die sich durch die Lauffläche des Reifens gebohrt hatten. Wir klebten den Reifen von innen mit Strukturfaser-Klebeband aus und nun hielt er! Der nächste Streckenabschnit, der Ahr-Radweg, führte uns bergab in Richtung Sinzig am Rhein. Von dort aus waren es dann, entlang des Rheinradweg, bei leichtem Gegenwind, noch 90 Kilometer bis nach Langenfeld, wo ich gegen 21 Uhr mit 235 Kilometern auf dem Tacho ankam. Nach der wohlverdienten Dusche wurde ich von meiner lieben Freundin Jani dann mit leckerem Essen verköstigt sowie ausgiebig massiert. Lachanfall


Tourstatistik - Eifeltour 2007

  • 5 Fahrtage
  • 560 Kilometer
  • 3450 Höhenmeter
  • 5 Reifenpannen





 

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