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Home erlebnisberichte saison 2009 300er Brevet (Bergisches Land)

300er Brevet (Bergisches Land)

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SchwachPerfekt 

Als mich um 5:00 Uhr der Wecker aus dem Schlaf riss, ahnte ich noch nicht, was für einen großartigen Lauf ich heute hinlegen würde.
Nach einem kurzen Frühstück und dem morgendlichen Gang durchs Bad begann ich mir meine Rennradrüstung anzulegen.

 

Da wir morgens nur um die 12 °C hatten, entschied ich mich spontan für Trikot + Windweste, Arm- und Beinlinge und selbstverständlich eine kurze Hose. Weniger hätte es in Brühl beim Start um 7:00 Uhr auch nicht sein dürfen.


Zunächst führte die als GPS-Track zur Verfügung gestellte Route von Brühl über die Rodenkirchener Rheinbrücke in heimische Gefilde, das Bergische Land. Hingegen meiner eigentlichen Planung, mich anfangs zurückzuhalten, führte ich, gemeinsam mit Arnd von den Adlern Lüttringhausen, das ca. 50 Mann starke Fahrerfeld bis zum Kreisverkehr nach Odenthal. Hier überließ ich dann dankend einem anderen Fahrer meinen Platz im Wind.

Nun ging es vorbei am Altenberger Dom hinauf nach Dabringhausen und weiter nach Wermelskirchen, wo an der Aral Tankstelle bei Kilometer 57 die erste Kontrolle eingerichtet war. K1 erreichten wir zu 11t.


Wie beim letzten Brevet setzte ich mich zügig mit einer kleinen Gruppe von sechs Leuten ab. Wir radelten zu sechst weiter, vorbei an der Bevertalsperre, bis K2 in Lüdenscheid bei Kilometer 100,9. Die Kontrolle war, ebenso wie die Übrigen in einer Tankstelle eingerichtet. Hier kaufte ich eine 1,5 Literflasche Wasser (stille Quelle) und betanke meine Trinkflaschen.

Und schon ging es weiter, vorbei an der Versetal- und Fürwiggetalsperre, wo wir mit 560m über NN den höchsten Punkt der Tour erreichten. Nun ging es immer wieder richtig schön bergauf, und einer unserer Männer musste reißen lassen. Im Gegenzug hatte sich ein Liegeradfahrer unserer Gruppe angeschlossen, so dass wir wieder zu sechst unterwegs waren.

Es lief und wir kamen schnell in Drolshagen (Km 133) an, wo wir uns einen weiteren Stempel holten. Noch immer waren wir als Sextett unterwegs. Nach kurzer Rast machten wir uns wieder auf den Weg, um nach weiteren 40 Kilometern die nächste Kontrolle in Wiehl zu erreichen. Auf diesem Abschnitt hatten wir mitunter mit dem Wind aus Südosten zu kämpfen. Dank der fast ausgeglichenen Wechsel an der Spitze hielt sich die Belastung aber in Grenzen.

Nach K4 ging es wieder heftig bergauf, und unsere Gruppe schrumpfte etwas, 2 Leute mussten reißen lassen. Kontrolle 5, wo ich noch mal 1,5 Liter Wasser nachtankte, erreichten wir nach knapp 200 Kilometern zu viert. Die Beiden anderen kamen aber rasch nach, sodass wir wieder zu sechst losfuhren. Nun ging es durch das Siegtal in westliche Richtung zurück Richtung Köln. Eine heftige Steigung stand uns noch bevor, wo leider wieder einer verloren ging.

Der Abschnitt durch das Siegtal zog sich. Zwar ging es meist leicht bergab, aber inzwischen zeigte der Tacho über 230km an und ich bekam Probleme mit Nackenmuskulatur und Hintern. An dieser Stelle war, nicht zuletzt weil der nächste Meilenstein (K6) noch 40km entfernt war, mein persönlicher Tiefpunkt erreicht. Langsam wurde es richtig anstrengend und selbst im Windschatten wollte der Puls nicht mehr so richtig runterkommen.
Nach qualvollen Kilometern erreichten wir dann bei Kilometer 270 die letzte Kontrolle vor dem Ziel in Siegburg. Hier gönnte ich mir eine kalte Apfelschorle. Weiterhin mussten meine letzten Vorräte, ein Gel und ein Riegel, dran glauben. Irgendwer stellte fest, dass unser Schnitt bei knapp unter 30km lag, ein anderer Fahrer versprach diesen noch auf 30 auszubauen. „Oh Gott, bitte nicht“, dachte ich nur und betete, dass die Inhaltsstoffe des Gels schnell das Zielgebiet erreichen.
Nach ca. 10 Minuten Rast ging es weiter, noch 30km zurück nach Brühl. Der Wind kam von hinten, und vorne machte hauptsächlich Tom richtig Dampf. Mir ging es wieder gut, sodass ich keine Probleme hatte das Tempo zu halten.

Wir erreichten das Ziel in Brühl um 18:28 Uhr. Paffi, der Organisator war noch nicht da, und so füllten wir schon mal die Kontrollkarten aus, bevor wir uns für ein Gruppenfoto positionierten.




Für die 307 Kilometer benötigten wir 10 Stunden und 10 Minuten. Insgesamt waren wir fast 11,5 Stunden unterwegs. Die Tour hielt ca. 3000 Höhenmeter bereit.
Ich trank ca. 5 Liter, und aß 5 Müsliriegel, 4 Bifis, 2 Gels und eine halbe Tüte Powerbar Gummies.



Es war mein erster 300er überhaupt. Dafür ist es sehr gut gelaufen. Ich kam mit der Ersten Gruppe ins Ziel und lernte wieder einmal ein paar nette Fahrer kennen. Wie ich am Ende erfuhr, war Tom der schnellste deutsche Fahrer von Paris-Brest 2007, was nicht unwesentlich zu dem Schnitt beigetragen haben dürfte. Aber auch Arnd und  ich zogen vorne kräftig mit. Neben Tom und Arnd, war auch Udo ein erfahrener Randonneur, sodass ich mir einige Tipps für zukünftige Veranstaltungen holen konnte.

Im Ziel hatte Paffi (Dr. R. Paffrath) dann noch ein herrliches Buffet aufgebaut. So konnte ich mich nach einer erfrischenden Dusche für die Rückfahrt(mit dem Auto) stärken. Danke für die gute Organisation!

 

Berichte von anderen Fahrern:

 
Kommentare (5)
1A
5 Dienstag, den 28. April 2009 um 15:24 Uhr
Bernd
Thorsten, schöner Bericht!
Ihr wart ja wirklich sehr flott unterwegs! Helm ab, da es auch mein erster 300er Brevet war, hab ich mich glücklicherweise zurück gehalten. Am Ende hat es sich dann ausgezahlt und ich war nicht so fertig, ich als Berghummel =)
Hoffe wir haben die Gelegenheit nochmals ins Rheinland zu radeln und die schönen Strecken genießen! Dafür gibt´s ja auch den last minute Treff bei Rennrad-news.
Für das erste liebe Grüße aus dem Münsterland!
Bernd =)
Nette Tour!
4 Montag, den 27. April 2009 um 14:12 Uhr
Arndt
Hi Thorsten,
dein Bericht gefällt mir. So ähnlich habe ich die Tour auch erlebt.
http://www.arndt.homepage.t-online.de/

Jetzt kommt der 400er?
jojoba saubere leistung
3 Sonntag, den 26. April 2009 um 19:59 Uhr
smidex
Hi Thorsten...
Klasse Sache...wir haben heute nur 1700HM und 120KM geschafft...Arnd ist voll nett, bin ich auch schon paar mal mit geradelt!

gruss
marc
Gratulation!
2 Sonntag, den 26. April 2009 um 12:42 Uhr
Jan F.
Hallo Brüderchen!

Der Bericht ließt sich gut, man könnte fast meinen, es wäre eine Spazierfahrt gewesen :P

Lass dich nicht abhängen,

Jan
Sauber!
1 Sonntag, den 26. April 2009 um 10:25 Uhr
Jan
Sehr, sehr nice!! Freue mich schon auf Details bei einer gemütlich(er)en Ausfahrt.

Bis dann, dran bleiben,
Jan.

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