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Home erlebnisberichte saison 2009 400er Brevet (Rund ums Ruhrgebiet)

400er Brevet (Rund ums Ruhrgebiet)

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Mit der ersten Gruppe nach 14:40 h ins Ziel gerollt. Die Strecke des 400er Brevet ab Brühl verlief Rund um das Ruhrgebiet. Zum Glück blieb es trocken.

 

 

Es sollte der trockenste Tag der Woche werden, so fiel es mir nicht ganz so schwer mich um kurz nach vier aus dem Bett zu schälen und nach kurzem Frühstück in Richtung Brühl zu fahren. Hier fand heute das unter dem Titel „Rund um Ruhrgebiet“ 400 Kilometer lange Brevet statt. Mein erster 400er nebenbei bemerkt.


Am Start versammelten sich bis 6:00 Uhr erstaunlich viele Fahrer, es dürften so um die 30 gewesen sein. Nach dem traditionellen Gruppenfoto ging es, fast pünktlich um 6:03 Uhr, auch schon los. Wie bei den letzten Brevets auch, fuhr die Gruppe erstmal geschlossen bis zur 1. Kontrolle. Die war bei Kilometer 130 in Xanten eingerichtet. Lediglich die drei Liegeradfahrer waren voraus geschossen von denen wir zwei aber wieder eingeholt hatten. Bis hier hin, hielt ich mich bis auf wenige Ausnahmen, weitestgehend im Windschatten meiner Mitfahrer auf. Mein Durchschnittspuls, lag trotz 32er Schnitt, zu diesem Zeitpunkt bei niederigen 124 bpm.

Nachdem ich die Trinkflaschen an K1 wieder gefüllt hatte, ging es zügig weiter. Mit acht Fahrern erwischten wirwir als erste die Fähre, die uns auf die gegenüberliegende Rheinseite beförderte. Nachdem drei Fahrer wegen eines Defekts an einem Radladen hielten, fuhren wir zu fünft weiter. Da wir meist Rückenwind hatten, und die Strecke durchs landschaftlich schöne Münsterumland flach verlief, konnten wir auch hier zügig weiterfahren und hatten trotz dezimierter Gruppe kaum Geschwindigkeitsverlust bis zur 2. Kontrolle in Lüdinghausen.

Beim Losrollen an K2, kamen dann gerade die zwei Briten an, die trotzt späterer Fährüberfahrt, zu zweit wieder rangefahren waren.   
So ging es dann kurzzeitig mit sieben Mann weiter. Ab Kamen bei Dortmund, bei ca. 250 km auf der Uhr, wurde es dann langsam hügelig und wir verloren drei Fahrer. Auf diesen Kilometern formte sich die Gruppe, die auch als erstes das Ziel erreichen sollte.
Sie bestand aus den beiden Engländern, deren Namen ich leider nicht weiß, dem schwer erkälteten Tom, mit dem ich schon den 300er gemeistert hatte, und meiner Wenigkeit. Hier hatte ich kurzzeitig einen kleinen „Schwächeanfall“ und bezweifelte das Tempo bis zum Ende mitfahren zu können. Zum Glück folgte bei Kilometer 257, am Dortmunder Flughafen, eine weitere Kontrolle. Hier aß ich neben einem soeben erstanden Kürbiskernbrötchen, einen Energieriegel und ein Gel. Die Flaschen wurden auch noch mal  gefüllt, da es nun hügelig werden sollte. Die nächste Kontrolle war erst 110 Kilometer später eingerichtet, ca. 4 Stunden Fahrt also. Nach einigen Auf- und Abstiegen fuhren wir die Lenne entlang. Es war ca. 16 Uhr und ich verspürte einen Hauch von Müdigkeit. Zum Glück folgte wieder ein langgezogener Aufstieg nach Lüdenscheid, dem höchsten Punkt der Route bei km 300.

Unsere Vierergruppe lief und durch stetigen Führungswechsel hielten wir den Gegenwind in Schacht. Kurz verfahren hatten wir uns nach einer Tunneldurchfahrt, da das Navi verwirrt war und ich es falsch deutete. Nun fuhren wir durchs Bergische Land und ich kannte mich wieder halbwegs aus. Eine knackige Steigung hatten wir noch nach Halver rauf. Ab nun ging es aber erstmal überwiegend hinab. In Wipperfürth gelang es uns an Hajo den flinken Liegeradfahrer ranzufahren, er hatte uns auf dem 300er vor drei Wochen schon Gesellschaft geleistet. Ihn hatten wir seit kurz nach dem Start nicht mehr gesehen.

Durch einen Kurzstopp, zwecks nachtanken, verloren wir ihn aber direkt wieder. Auf den folgenden Kilometern wurden wir von Polizei und Rettungswagen überholt, einige Minuten später sah ich am Himmel einen Rettungshubschrauber. Ich ahnte schon Schlimmes und bald kam uns dann auch der Liegeradfahrer wieder entgegen. Die Strasse war komplett gesperrt und wir waren gezwungen umzudrehen. Zum Glück hatten wir per Navi schnell eine Alternativstrecke ausgeschaut. Allerdings führte diese über einen Hügel und mit 360 Kilometern in den Beinen fuhr ich die bis zu 10% steile Rampe eher mit einem schmerzverzehrten Lächeln hinauf. Einer der beiden Briten hatte mittlerweile Probleme mit dem Magen bekommen, so viel ein Mann bei den regelmässigen Wechseln an der Spitze hinaus.

Nun folge noch ein welliger Abschnitt, bis wir in Siegburg endlich die vierte und letzte Kontrolle erreicht hatten. Inzwischen gingen wir auch an den kürzeren Steigungen immer wieder aus dem Sattel. Es waren noch knappe 30 Kilometer bis nach Brühl und unser ehrgeiziges Ziel, unter 15 Stunden zu bleiben, war zum Greifen nah. Nichts desto trotz machten wir noch mal richtig Dampf.


Nach 14 Stunden und 40 Minuten Gesamtzeit kamen wir wieder in Brühl an.
Kurz nach uns Hajo, der Liegeradfahrer. Für die 422 km benötigten wie eine reine Fahrzeit von 13:17 Stunden, was einem Schnitt von ca. 31, 8 km/h entspricht.

 

Die Tour bin ich, wie die anderen Brevets auch, auf meinem robustem Bulls 105 gefahren.


Auf der Speisekarte standen heute:

•    6,5 Liter Wasser / Apfelschorle
•    6 Riegel
•    2 Mini Salamis
•    2 Gels
•    1 Kürbiskernbrötchen

Im Ziel gab es dann wieder ein liebevoll hergerichtetes Buffet. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Paffi und seine Helfer. Es war ein gelungener erster 400er. Besonders gefreut hat mich, dass es trocken geblieben ist.

 

Der 400er aus anderen Perspektiven:

 
Kommentare (5)
willst Du dann irgendwann...
5 Mittwoch, den 03. Juni 2009 um 15:03 Uhr
marc
Paris-Brest-Paris mitfahren....??

Hammer was Du da machst...
Für alle die meinen Bulls sei ein Schrottrad den beweist Du mit Deinen Touren das Gegenteil...den meisten die sich über bulls Lustig machen, wären mit ihren "mehrfach-tausend-Euro-Rädern" da nicht mehr mitgekommen...soviel nur mal so am Rande. ;) gruss xedim
...bin begeistert!
4 Mittwoch, den 20. Mai 2009 um 16:04 Uhr
Gabriele Schmidt
Hallo Hr.Beck,
Dirk hat uns heute die Seite gezeigt und ich bin total begeistert! Besonders die Alpentour hat es mir angetan, da ich die Strecke kenne. Allerdings auf 4 Rädern und ich habe alle Radfahrer immer mit großem Respekt betrachtet, die mir dort begegnet sind. Die Seite wird von mir sicher nun regelmäßig besucht und ich freue mich schon auf neue Erlebnisse und Bilder.
Es grüßt Sie herzlichst,
Kollegin Gaby Schmidt
Super
3 Sonntag, den 17. Mai 2009 um 19:33 Uhr
Bernd
Hallo Thorsten!
Wäre gerne mit euch in der Spitze gefahren, doch defekt und andere Wiedrigkeiten haben Spuren hinterlassen!
Denke aber realistisch, das Tempo hätte ich nicht durch gehalten! Hochachtung vor dieser Leistung!!
Einer der Engländer, Scott war der mit dem gelben Velo T-shirt.
600er fahre ich nicht in diesem Jahr! Hab zu diesem Zeitpunkt eine 2 Etappenfahrt!
Im Juli ist dann die Deutschland Tour angesagt, mit Start in Erfurt.
Wünsche Dir weiterhin so viel Erfolg und Tolle Berichte!
Dein Leidensgenosse Bernd
Super!
2 Sonntag, den 17. Mai 2009 um 15:36 Uhr
Arndt
Hi Thorsten,

da habt ihr aber ganz schön Kohlen ins Feuer geschmissen, super Leistung!!!
Ich hab letztes Jahr 16:37 Stunden gebraucht....

LG
Arndt
Respekt
1 Sonntag, den 17. Mai 2009 um 08:27 Uhr
Dirk
Hallo Thorsten,

für mich kaum vorstellbar - Über 400 km bei dem Tempo. Dann auch noch über 2500 Höhenmeter.
Der Wahnsinn.

Respekt

Dirk

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