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Sauerland 2009

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Nach einer krankheitsbedingten Rennradzwangspause von 10 Tagen, machte ich mich samt Rennrad und Gepäck, am Donnerstag auf den Weg ins Sauerland. Vom Standort Schmallenberg aus waren mit den Jungs von radiqaktiv.de für die zwei Folgetage Sternfahrten geplant. Sonntag ging es dann wieder mit dem Rad gen Heimat.


Tag1: Anreise nach Schmallenberg. (135km / 1550hm)

Noch immer mit der Erkältung kämpfend, startete ich um 9:45 Uhr bei nicht ganz so gutem Wetter (Regen) auf den Weg ins Herzen des Sauerlandes. Neben dem acht Kilo Rucksack auf dem Rücken, hatte ich in den Taschen meiner Regenjacke Hustenbonbons und Taschentücher zu Genüge dabei. Der Wind war heute  auf meiner Seite und schob meist leicht von hinten.

Eine Zwangspause musste ich in Kierspe einlegen, da der bis dahin leichte Regen exorbitante Ausmaße annahm. Nachdem ich das Bergische Land von West nach Ost gequert hatte, hielt der Himmel dann aber dicht.

Den nächsten Stopp legte ich bei km 90 in Attendorn ein, wo ich beim Nachfüllen meiner Trinkflaschen,  ungeschickterweise eine von ihnen unwiederbringlich zerstörte. Zu meinem Glück passte die soeben erstandene 0,7L Apfelschorle nahezu perfekt in den Flaschenhalter des Bulls 105. Die letzten 45 Kilometer radelte ich dann kontinuierlich und bei Trockenheit fast durchgehend in der Ebene bis Schmallenberg. Der Verkehr auf der B236 hielt sich in Grenzen. Eine letzte Hürde galt es dann noch auf dem letzten Kilometer zu überwinden, da die uneingeschränkt weiterzuempfehlende Jugendherberge am Hang des Stadtrandes liegt.

Leider war die Rezeption nicht besetzt, so machte ich erstmal ein Foto. Anschließend suchte ich die unverschlossene Gruppendusche im Keller des Hauses auf und lies heißes Wasser über den geschundenen Körper sowie die verschmutzen Klamotten laufen. Nachdem ich das Zimmer bezogen hatte, traf ich mich dann mit den Jungs auf ein Stück Fleisch bei Gerstensaft.


Tag2: Erst Kahler Asten, dann „Faulebutter & Co.“ (170km / 2600hm)

Das Wetter hatte sich gebessert, zwar war es noch bewölkt und mit 13 Grad am Morgen sehr frisch, aber immerhin trocken. Während sich Paul, der letzte im Bunde, noch auf der Anreise nach Schmallenberg befand, fuhren Achim, Marc, Björn und ich hinauf auf den „Kahlen Asten“. Schon nach wenigen Kilometern bemerkte ich, dass heute nicht viel ging. Geschwächt durch die Erkältung und gezeichnet von der Anreise am Vortag ließ ich es erstmal deutlich ruhiger angehen als gewöhnlich. Als letzter des Vierers oben angekommen, machten wir nach einer kurzen Fotopause schnell wieder kehrt, da es eisig kalt dort oben war.

Nachdem sich die Gruppe vollzählig am Hotel in Schmallenberg getroffen hatte, machten wir uns zu sechst auf den Weg nach Faulebutter, dem Namensgeber der von bike-arena.de empfohlenen Tour durchs Sauerland.

Die erste Pause richteten wir in einer Bäckerei in Sundern ein. Im Anschluss kämpften wir uns entlang des Sorpesees weiter in Richtung Faulebutter. Mittlerweile kam die Sonne auch durch, es wurde warm und mit jedem Kilometer fühlte ich mich besser. Nun folgten zahlreiche Steigungen, die zwar Spaß bereiteten, aber ihren Tribut forderten. Verzweifelt hielten wir Ausschau nach einer Möglichkeit die Flaschen zu füllen, doch außer einsamer Strassen und malerischer Landschaft war lange Zeit nichts in Sicht. Schließlich fanden wir dann doch noch zurück in die Zivilisation und verpflegten uns, 18km vor Schmallenberg, erneut in einer Bäckerei. Die letzten Kilometer wurden bei welligem Profil dann noch mal richtig anstrengend. Mit insgesamt 2100 hm auf 117 km war die Strecke recht anspruchsvoll. 


Tag 3: Zwei-Länder-Schleife (146km / 2250hm)


Die Wettervorhersage versprach Gutes, so verzichtete ich auf Beinlinge, Überschuhe und Thermo-Weste. Zwar war es bei der Abfahrt um 9:40 Uhr noch recht frisch, aber der Tag hatte ja gerade erst begonnen. Ich Griff also auf die dünnere Windweste zurück, die wie ich finde, optisch sehr gut zu meinem Rad passt ;-)

Da die gewählte Route erstmal nach Winterberg führte, konnten wir uns einen erneuten Abstecher zum Kahlen Asten hinauf nicht entgehen lassen. Die erste Steigung des Tages, die Björn, Paul und ich zügig hinauf zogen, endete dann mit einem Sprint zwischen Paul und mir, den ich knapp für mich entscheiden konnte. Puls 191 bmp, das gab es schon lange nicht mehr. Nach dem üblichen „Gipfelfoto“ und kurzer Verschnaufpause folgten wir wieder dem avisierten Rundkurs. Dirk entschied sich in Winterberg alleine weiterzufahren und so waren wir nur noch zu fünft unterwegs. Die Strecke verlief zumeist über einsame Nebenstrecken und die Höhenmeter waren deutlich gleichmäßiger verteilt als auf der Vortagestour. So genossen wir den stetigen Wechsel zwischen Auf- und Abfahrt. Als wir 1/3 der Tour geschafft hatten, gönnten wir uns eine Pause in einer Bäckerei. Die Auswahl war überschaubar, aber irgendwie fand doch Jeder einen Leckerbissen für sich. Achim, der Pflegel hatte sein Rennrad mitten in den Blumenkübel der Bäckerin gelehnt, was noch kurz für Aufregung sorgte bevor wir weiterzogen. Am Diemelsee, einer eingebauten Schleife vor Willingen, folgten wir der Strasse trotz einer baustellenbedingten Vollsperrung. Das endete in einer wüsten Offroadfahrt zwischen frischem Teer, Baumaschinen und jeder Menge Geröll.

Dann ging es, abgesehen vom Gegenwind erstmal störungsfrei weiter, bis wir im nächsten Ort nach Willingen Rast in einem Cafe machten. Nach ein paar Minuten, wir wollten gerade weiterfahren, tauchte zu unserer Überraschung dann Dirk auf. Er wollte auch Pause machen, also radelten wir in der gehabten Konstellation weiter. Noch zwei nennenswerte Anstiege (Elpe und Bildchen) folgten, bevor wir wieder in Schmallenberg, mit einem Kilometerstand von 146, ankamen.

 
Tag 4: Rückfahrt von Schmallenberg nach Langenfeld (150km / 1350hm)

Im Vorfeld hatte ich bezüglich der schönen Streckenführung schon kräftig die Werbetrommel gerührt. Zu meiner Freude hatten Dirk und Paul entschieden auch mit Rad zurückzufahren. Gestartet sind wir bei Sonnenschein um 9:15 Uhr und bis auf ein paar Tröpfchen am östlichen Rande des Bergischen Landes, war das Wetter auf unserer Seite.

Bis Grevenbrück folgten wir der B236, bevor wir dann auf Empfehlung von Marc, einen kleinen, sehr schönen Schlenker durch das Repetal machten. Eine lange Abfahrt führte uns nach Attendorn. Nach kurzer Pause an der örtlichen Tankstelle setzten wir unsere Reise fort und fuhren, wie auf dem Hinweg, am Biggesee und der Listertalsperre entlang. Mein rechtes Knie machte mir sorgen, da ich bei jeden Tritt einen stechenden Schmerz verspürte. Punktuelle Überlastung, würde der Facharzt sicher diagnostizieren. Unter Radfahrern stark verbreitet.

Dann folgte auch schon der längste Anstieg des Tages, zum dem mit 600 m ü.NN höchsten Punkt der Tour. Nachdem mir auf der Abfahrt eine von Achim entliehene Trinkflasche in der Hand zerplatzte und ich kurz umfüllen musste, waren wir auch schon in Kierspe, wo wir am westlichen Ortsausgang Rast an einer Tankstelle machten. Langsam kamen wir in heimische Gefilde und leichter Regen setzte ein. Wir überlegten schon, wie wir die restliche Route am kürzesten gestalten konnten. Ein vermeintlicher Optimierungsversuch führte uns schließlich in eine Sackgasse. Also wieder zurück. Dirk hatte inzwischen die „Turbotaste“ gefunden und machte plötzlich richtig Dampf an den kurzen Rampen. Doch es folgte noch so mancher Anstieg, bevor wir uns gemütlich von Witzhelden runter nach Leichlingen rollen ließen, wo sich unsere Wege trennten. Zu Hause erwarte mich dann ein leckeres, mit Liebe zubereitetes Mahl, was den Tagesabschluss perfektionierte.


Sauerland, jeder Zeit wieder!

 
Tourstatistik:

    * 4 Fahrtage ( 2 mit Gepäck )
    * 604 km
    * 7900 hm
    * 0 Pannen

 

 

 

 
 

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