Unbekannte Routen in bekannter Region erkunden. Dank Routenplaner, GPS und mit viel Muskelkraft trieben wir unsere Rennräder auf einem fünftägigen Trip durch die deutsch / belgische Eifel, über einen weiteren Abschnitt des Moselradwegs und durch die Vulkaneifel, bevor es bei Bodenfrost, aber kaiserlichem Wetter wieder in Richtung Heimat ging.
Tag 1 – Langenfeld -> Monschau ( 122km / 1000hm )
Abfahrt
9:00 Uhr bei moderaten 9°C. Die ersten Kilometer bis Köln waren bestens
bekannt, in Vergessenheit geraten war hingegen das Gefühl mit guten 10 kg
Gepäck unterwegs zu sein.
Mit Simon im Schlepptau ging es hinaus aus Köln stetig bergauf in Richtung
Eifel.
Weiter ging es in Richtung Südwesten durch den Naturpark Hohes Venn-Eifel.
Die erste kernige Steigung ( > 9% ) erwartete uns hinter Kreuzau.
Angekommen in Monschau, musste noch ein letzter Anstieg hinauf zur Burg und
Jugendherberge überwunden werden.
Auf
einem Spaziergang durch die City suchte ich nebenbei noch ein paar Geocaches.
Tag
2 - Monschau -> Daun ( 142km / 2000hm )
Die ersten und einzigen Sonnenstrahlen sahen wir an diesem Tag direkt nach dem
Aufstehen. Nachdem die ersten Energiereserven getankt und das Gepäck gesattelt
war, ging es an diesem Morgen zunächst in Richtung Belgien. Hier erreichten wir
über einsame Strassen geführt auch recht schnell, den mit 700 m ü.N.N, höchsten
Punkt unserer Tour.
Anstiege
und Abfahrten wechselten sich ebenso ab, wie leichter Regen und trockene
Abschnitte.
Nachdem wir uns erfolgreich gegen den aus südwestlicher Richtung wehenden
Gegenwind durchgesetzt hatten, fuhren wir nun wieder in Richtung Deutschland.
Immer wieder kam es feucht von oben. Ein paar Kilometer folgten wir der
Grenzstrasse (B265), bevor wir über Ormont, Stadtkyll und Gerolstein weiter in
Richtung Daun fuhren. Die Jugendherberge lag etwas außerhalb der Stadt und wie
in den meisten Fällen auch überhalb der Stadt. Aber auch der letzte Anstieg war
irgendwann überwunden.
Kurz
angemeldet und das Gepäck abgeladen, machte ich mich noch einmal auf den Weg um
die Maare der Umgebung zu besichtigen. Auf der frühabendlichen Runde konnte ich
auf knapp 30 km noch einmal um die 500 hm sammeln.
Tag 3 – Daun -> Cochem ( 133km / 650hm )
Wer die Region geografisch vor Augen hat wird merken, dass die direkte
Entfernung zwischen Daun und Cochem gerade einmal 40 km beträgt. Nicht aber,
wenn man einen kleinen Umweg über Bernkastel-Kues dreht.
So fuhren wir erst einmal einen kleinen Schlenker am Schalkenmehrener Maar
vorbei, bevor wir im selbigen Ort den Maare-Mosel-Radweg passierten.
Nun verlief die Strecke bis runter zur Mosel (50km) tendenziell bergab. Der
Gegenwind zwang uns aber dennoch zum kräftigen Treten.
Am Moselufer angekommen zeigte sich dann auch die Sonne mal kurzzeitig. Nun
waren es nur noch 80 km entlang des großen Flusses. Regen und Sonnenschein
wechselten sich ab.
Die letzten 20 km traten wir dann richtig in die Pedale, bevor es dann hinauf
zur Jugendherberge ging.
Tag 4 – Cochem -> Hellenthal ( 113km / 2000hm )
Locker pedalierten wir hinaus aus Cochem in Richtung Enderttal und genossen
noch einmal den Ausblick auf die Reichsburg. Nicht lange wartete der erste
Anstieg auf sich und fortab ging es erstmal lange bergauf. Über 10% am frühen
Morgen konnten schon schmerzhaft sein, aber das sollte nur der Anfang sein.
Oben angekommen führte uns der Routenplaner dann einige Kilometer über eine
Bundesstrasse, bevor wir bei Ulmen wieder über Nebenstrecken fuhren. Nun waren
wir auch in der Vulkaneifel angekommen, es ging also brutal hoch und runter.
Der Gegenwind störte nur noch abschnittsweise und auch die Sonne zeigte sich
immer häufiger.
Wir genossen die Ruhe und waren uns einig, dass der Routenplaner im Großen und
Ganzen gute Arbeit geleistet hatte.
Einen letzten langen Anstieg galt es noch zu überwinden, bevor wir belohnt mit
einer langen Abfahrt hinunter nach Hellenthal schossen.
Tag 5 – Hellenthal -> Langenfeld ( 119km / 500hm )
Ab nach Hause lautete das Motto an diesem kühlen, aber sonnigen Morgen. Drei
Steigungen noch und dann bei Rückenwind mit Vollgas in Richtung Köln.
Ein paar Sorgen machten wir uns noch, ob die Räder wohl halten würden. Zwar
hatten wir auf der gesamten Tour keine Pannen, aber sowohl meine als später
auch Simons Hinterradnabe gaben im Freilauf merkwürdige Geräusche von sich.
Aber was sollte noch passieren bei diesem kaiserlichen Wetter? Während Simon in
Köln sein Ziel erreicht hatte, rollte ich bei anhaltendem Rückenwind noch ein
paar Kilometer weiter.
Für die Statistik:
- 5 Fahrtage
- ca. 630 km
- über 6000 hm
- 0 Pannen
Routenplanung:
Die Mischung aus den Ergebnissen des Radroutenplaners, eigens gespeicherten Streckenabschnitten, sowie bei GPSies.com abrufbaren Abfolgen von Wegpunkten, welche im MapSource zusammengefügt und aufs Garmin Edge 705 übertragen wurden, hat sich bewährt.
GPS-Tracks (@GPSies.com)
- Tag
1 – Langenfeld -> Monschau ( 122km / 1000hm )
- Tag 2 - Monschau -> Daun ( 142km / 2000hm )
- Tag 3 – Daun -> Cochem ( 133km / 650hm )
- Tag 4 – Cochem -> Hellenthal ( 113km / 2000hm )
- Tag 5 – Hellenthal -> Langenfeld ( 119km / 500hm )
Unterkunft:
Vier Nächte, vier Jugendherbergen. Wir waren zufrieden. Gebucht war
Übernachtung / Frühstück. Kurzfristig haben wir preiswert und gar nicht
schlecht zu Abend essen können. Einen Nachschlag gab es überall. ;-)
Die Jugendherbergen in Rheinlandpfalz ( Daun / Cochem ) hinterliessen einen
„professionelleren“ Eindruck mit Hotelcharakter. Größeres Frühstücksangebot,
komfortablere Zimmer etc.
Die NRW-seitigen (Monschau / Hellenthal) JHB waren auch OK, aber einfacher,
dafür auch günstiger.
Unsere Räder konnten in allen Fällen in verschlossenen Räumen abgestellt
werden.
Alle Bilder -> Zur Galerie "Eifeltour 2010"




